Samstag, 26. Februar 2011

Monterey - 17 Mile Drive

Monterey erinnerte mich vorerst an meinen Deutschunterricht in Wieselburg – die Novelle:  „The Cannery Row“ von John Steinbeck war dort Pflichtlektüre und erzählt von den Heringsfabriken in Monterey. Wir beginnen unseren Stadtbummel auch gleich an den Orten, die im Buch immer wieder zitiert werden – der Fisherman‘s Wharf und der Cannery Row. Wenn hier auch längst keine Sardinen mehr in Dosen gefüllt werden, hat diese Stadt aber immer noch den Flair einer Hafenstadt, die mittlerweile ganz auf Tourismus eingestellt ist.
Wir fahren dann weiter hinaus auf die Peninsula und begeben uns auf den 17-Mile Drive. Diese Küstenstraße kann nur über einen Schranken befahren werden. Hier wohnen „die ganz Reichen“, denn entlang des Drive stehen mehr als 200 Villen – mehr oder weniger gut von Bäumen und Zäunen verdeckt – die alle zwischen 10 und 30 Mio. US$ gekostet haben. Zwischen den zahlreichen View’s an der Küste, die auch von Normalsterblichen besucht werden dürfen, liegen mehrere 27 Loch Golfplätze, auf denen die „Reichen und (teilweise) Schönen“ unter sich bleiben wollen. Uns hat’s jedenfalls gefallen, obwohl sich die Sonne wieder einmal hinter dicken Regenwolken versteckt hat und der stürmische Wind die 6°C noch viel kälter machte.

Nachtrag zu Neuseeland: Technik - Beregnung - Stromerzeugung

Die Technikbilder aus Neuseeland habe ich zwar schon lange ausgesucht, aber ich komme einfach nicht dazu einen vollen Text dazu zu schreiben. Allerdings sind die meisten Bilder selbstredend und überdies großteils auch noch beschriftet. Für alle die mit "Farmer special" Blogs nichts anfangen, stellt Beate heute noch den Upload von Monterey ins Netz.


Freitag, 25. Februar 2011

Big Sur

Die Strecke zwischen San Luis Obispo und Monterey zählt zu den schönsten Küstenabschnitten Kaliforniens. Neben atemberaubenden Steilküsten sind auch noch eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten zu bewundern.
Über dem Highway No. 1 thront das Hearst Castle (es wurde im 20. Jahrhundert vom Zeitungsmagnaten Hearst in Auftrag gegeben)  – das wir nur von unten betrachteten und im Empfangsbereich einen Kaffee in der Frühlingssonne genossen. Darüber hinaus war es vor allem die Fauna und Flora, die wir bewunderten. Da gibt es zum Beispiel die Erdhörnchen, die wir überall entlang der Küste in hohen Bestandesdichten antreffen. Dafür, dass sie nicht überhand nehmen und zur Landplage werden, sorgen unzählige Greifvögel, die wir ebenfalls aus nächster Nähe beobachten konnten. Auch an den Seeelefantenkolonien kommt man einfach nicht vorbei. Diese Monster liegen scheinbar teilnahmslos auf den Stränden. Doch wenn es ein jüngerer Bulle wagt dem Harem eines älteren zu nahe zu kommen, ist Schluss mit lustig. Plötzlich setzen sich dann 2,5 t in Bewegung und der Eindringling kann sich nur durch Flucht in den Pazifik retten.
Aber auch die Flora hat in diesem Küstenabschnitt einiges zu bieten. Neben den Sukkulenten und den Frühlingsblühern waren auch die Baumriesen in einem Redwoodforest durchaus beeindruckend. In Kalifornien wollten wir den Frühling erleben und haben deshalb unsere Reiseroute darauf abgestimmt. Hier an der Küste fanden wir dann erstmals auch Frühling pur - mit bunter Blütenpracht und angenehm wärmerender Sonne.
Der letzte Abschnitt (= die letzten 40 km vor Monterey) wird als Big Sur bezeichnet. Tolle Steilküsten wechseln mit riesigen Sandsteinbrücken aus den 30’er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Zum Abschluss hielten wir dann noch an am Carmel-by-the-Sea Beach -  kurz vor Monterey - und genossen das Rauschen des Meeres und der Brandung bis zum Sunset.

Santa Barbara

Mit Santa Barbara stand nach Hollywood und Berverly Hills gleich der nächste kalifornische Hot Spot der „Reichen und Schönen“ am Programm. Die Stadt liegt rund 150 km nördlich von Los Angeles an der Küste und sowohl die Lage als auch Gebäude- und Geschäftsausstattung erlauben durchaus einen Vergleich mit der Côte d’Azur in Frankreich.
Im Gegensatz zum Rodeo Drive in Beverly Hills, wo wir die Geschäfte nur von außen betrachteten, gingen wir in Santa Barbara richtig shoppen – und das nicht nur wegen der schicken Mode und des schwachen US-Dollars (Markenjeans kosten für uns derzeit rund 40 €) – uns ist einfach kalt und wir brauchten dringend wärmere Kleidung. Nach den außergewöhnlichen Regenfällen in Australien und Neuseeland, den Cyclons in Queensland und Fiji erleben wir derzeit die nächste Wetterkapriole – für Morgen ist Schnee bis Südkalifornien angesagt – eine Extremsituation für diese Region, die es laut Wetterkommentatoren in dieser Gegend in den letzten 30 Jahren nicht mehr gegeben hat. Was für uns nur unangenehm ist (für die nächsten Tage können wir den Fotoapparat einpacken) ist für die Bauern hier eine Katastrophe. Die meisten Obstkulturen stehen nämlich gerade in Vollblüte (und da es hier keine Frostberegnungen gibt und die Bienen  bei Minus Graden auch nicht fliegen, ist mit einer schlechten Befruchtung zu rechnen), die Gemüseernte muss weitgehend eingestellt werden und auch die Aussaat der nächsten Saatstufen kann nicht erfolgen. Wir werden die Regen- und Schneepause jedenfalls für Uploads nutzen – die teilweise wirklich atemberaubenden Bilder vom Big Sur (Teil des Highway 1 entlang der Pazifikküste) und von Monterey wollen wir unbedingt noch ins Netz stellen und auch die Farmer Special von Neuseeland möchte ich komplettieren. Ab Sonntag sollte das Wetter dann wieder besser werden und wir hoffen, dann noch einige weitere Frühlingstage hier erleben zu können. Die Blütenpracht der Obstkulturen, das frische Grün der Wiesen, das Blütenmeer an den Südhängen und die in allen Farben blühenden Gärten in den Städten.
Aber zurück zu Santa Barbara, die Stadt ist wirklich sehr lebenswert und in der Marina stehen unzählige Segelboote und Jachten. Am Nachmittag besuchten wir dann noch den Farmers Market auf der State Street (= Hauptstraße von Santa Barbara), kauften uns frische Erdbeeren, Mandarinen und Orangen von den zahlreichen „Organic farmers“ die hier ihre Produkte verkaufen. Einmal mehr fällt uns auf, dass Kalifornien in Bezug auf „Öko“, „Bio“ und Umweltstandards das mit Abstand weitest entwickelte Land unserer Reise ist – mit Ausnahme von Kambodscha natürlich, aber dort fehlen einfach die Devisen zum Kauf von Pestiziden und Mineraldünger.
Am Abend fuhren wir dann noch nach Morro Bay (liegt auf der halben Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco), wo ich am nächsten Morgen einen tollen Strandlauf genießen konnte.

PS: nach dem wir uns um Edi Guzy und seine Familie, die wir vor knapp zwei Wochen in Christchurch besuchten, richtige Sorgen wegen des schweren Erdbebens dort gemacht haben, hier noch ein Ausschnitt eines E-Mails, das wir heute von ihm erhalten haben.

„ …. etliche der sachen die ihr hier gesehen habt gibt es nicht mehr oder sind schwer beschaedigt. ihr habt riesenglueck gehabt. werde mich wieder melden wenn sich die sache beruhigt hat“

Have a nice day
Edi Guzy

 



Santa Barbara 





Dienstag, 22. Februar 2011

Farmers special - Schafhaltung

Die Rinder- und Schafproduktion begleitete uns in Neuseeland auf Schritt und Tritt. Zum einen gibt es kein Fleckerl, dass nicht eingezäunt ist und häufig auch noch unter Strom steht –  dies bescherte mir beim Laufen so manchen Stromstoß -  und zum anderen konnten wir außerhalb der Städte kaum ein Foto machen auf dem nicht auch Rinder, Schafe oder Hirsche zu sehen sind. Von den Küstengebieten bis in die Hochalpine Mt. Cook Region – alle Regionen Neuseelands werden von der Viehhaltung geprägt.
In Neuseeland gibt es etwa zehn Mal so viele Schafe als Menschen – derzeit rund 45 Millionen. Gehalten werden die Tiere ausschließlich in Weidewirtschaft, die gebietsweise auch sehr intensiv betrieben wird. Die Weiden können hier ganzjährig genutzt werden und die neuseeländischen Schafhalter kommen ohne Kraftfutter und teure Stallhaltung aus. Etwa 44% der Landfläche werden landwirtschaftlich genutzt, davon rund 90% alleine für die Weidewirtschaft.
Neuseeland ist eines der wenigen Industrieländer weltweit, die ihre Landwirtschaft kaum mehr subventionieren und ihren Agrarmarkt vollständig geöffnet haben. Noch vor 20 Jahren war das ganz anders. Nicht zuletzt wegen der günstigen Produktionsbedingungen überstand ein Großteil der Betriebe diese Rosskur und heute ist die neuseeländische Landwirtschaft wettbewerbsfähiger denn je und auf den Weltmärkten sehr erfolgreich. Beispielweise hat neuseeländisches Lammfleisch mittlerweile einen Fixplatz in den europäischen Supermarktregalen und im Gastronomievertrieb. Beliefert wird aber auch der arabische Raum und vor allem die nachfragestarken asiatischen Märkte liegen „vor der Haustür“. Landwirtschaftliche Produkte sind in Neuseeland der Exportschlager, sie machen immer noch über die Hälfte des gesamten jährlichen Exportwerts aus. Neuseeland ist sogar weltweit der größte Exporteur von Lammfleisch (rund 20 Mio. Stück pro Jahr) und Milchprodukten und der zweitgrößte Exporteur von Wolle.

Schweine- und Geflügelzucht spielen in Neuseeland nur eine untergeordnete Rolle, nur vereinzelt sahen wir Hühnerställe (immer noch mit Käfighaltung) und Puten in Freilandhaltung.

Interessant fand ich die Abwärmenutzung des Geysirekraftwerks bei Rotorua. Hier hat sich eine bedeutende „Prawns“-Produktion (=Garnelenzucht) angesiedelt, das Wasser stammt vom Fluss und die Wassertemperatur kann ganzjährig konstant gehalten werden.


Live from Hollywood

Gleich am Morgen mussten wir einen herben Verlust registrieren, unsere ganz persönliche Regenwolke - die uns monatelang durch Australien, Neuseeland und Fiji begleitet hat – ist weg und so mussten wir eben mit strahlendem Sonnenschein vorlieb nehmen. Unsere Tour führt uns heute nach Hollywood, Beverly Hills und Down Town Los Angeles.
Dass die Stadt riesige Ausmaße hat, sieht man bereits beim Anflug. In Los Angeles leben rund 4,8 Mio. Menschen, in den 22 Vororten ca. 6,8 Mio. und in ganz South California (von Santa Barbara bis San Diego) rund 22 Mio. Einwohner. Los Angeles liegt in einer weiten Ebene ist aber von einer Hügelkette umgeben an die schneebedeckte Berge angrenzen und der Stadt eine tolle Kulisse geben. Der Frühling hat bereits Einzug gehalten und viele Bäume stehen bereits in Vollblüte. Nur die Temperaturen sind mit kühlen 13°C bis 16°C um rund 5°C unter dem langjährigen Durchschnitt. Aber ans Wetter denkt hier derzeit ohnedies niemand, denn in wenigen Tagen finden die diesjährigen Oscar Verleihungen statt und alle sind bereits im Oscarfieber. Überall werden Absperrungen errichtet und rote Teppiche ausgerollt. Auf Schritt und Tritt begegnet man dem Film Buisness – ob in den großen HOLLYWOOD Lettern in den Hügeln östlich der Stadt, ob auf dem „Walk of Fame“ mit seinen unzähligen 5 zackigen Sternen mit den Namen der Stars, ob an riesigen Plakatwänden oder an den Straßen, Schildern und Bauten die einem plötzlich bekannt vorkommen – die ganze Stadt ist nämlich Filmkulisse. Für uns war es jedenfalls sehr lustig, durch genau die Einkaufsstraßen in Beverly Hills zu bummeln (am Rodeo Drive), in denen Julia Roberts in „Pretty Woman“ auf Shoppingtour zu sehen ist. Auch die Anglikanische Kirche in Hollywood war schon Filmkulisse – hier wurde „Sister Act“ mit Whoopi Goldberg gedreht.
Am Abend sind wir dann noch nach Santa Barbara gefahren. Auf der knapp 150 km langen Strecke sahen wir schon jede Menge schnurgerade Felder. Als Beate bemerkte, dass darunter auch viele Erdbeerfelder zu finden sind, die noch dazu gerade abgeerntet werden, fand sie das Agrargebiet gar nicht mehr so uninteressant. Kurz vor Santa Barbara hatten wir dann noch einen tollen sunset.

Sonntag, 20. Februar 2011

Abschied von Fiji

Hätte der Cyclon nicht für Dauerregen gesorgt – von Freitagabend bis zu unserem Abflug am Sonntagabend hat es jedenfalls mehr oder weniger stark durchgeregnet und auch für die nächsten 2 Tage ist Dauerregen angesagt – wäre uns der Abschied von Fiji noch schwerer gefallen. Aber Strandspaziergänge, Schwimmen im Pool und im Meer, der Spa-Bereich und natürlich die Uploads sorgten für ausreichend Beschäftigung, sodass wir die mitgeführten Spielkarten immer noch nicht angerührt haben.
Bei unserem Weiterflug nach Los Angeles überflogen wir die Datumsgrenze. Den Sonntag den 20.2.2011 erlebten wir zuerst 23 h lang in Fiji, folgen dann 10 h über den Pazifik und landeten um 12 h mittags in Los Angeles, also nochmals 12 h dazu – dieser lange Tag hatte jedenfalls 45 h für uns. Allerdings sind wir jetzt nicht mehr 12 h vor MEZ sondern 9 h nach MEZ – ein Zeit Perpetuum gibt es also auch über der Datumsgrenze nicht.