Dienstag, 22. Februar 2011

Farmers special - Schafhaltung

Die Rinder- und Schafproduktion begleitete uns in Neuseeland auf Schritt und Tritt. Zum einen gibt es kein Fleckerl, dass nicht eingezäunt ist und häufig auch noch unter Strom steht –  dies bescherte mir beim Laufen so manchen Stromstoß -  und zum anderen konnten wir außerhalb der Städte kaum ein Foto machen auf dem nicht auch Rinder, Schafe oder Hirsche zu sehen sind. Von den Küstengebieten bis in die Hochalpine Mt. Cook Region – alle Regionen Neuseelands werden von der Viehhaltung geprägt.
In Neuseeland gibt es etwa zehn Mal so viele Schafe als Menschen – derzeit rund 45 Millionen. Gehalten werden die Tiere ausschließlich in Weidewirtschaft, die gebietsweise auch sehr intensiv betrieben wird. Die Weiden können hier ganzjährig genutzt werden und die neuseeländischen Schafhalter kommen ohne Kraftfutter und teure Stallhaltung aus. Etwa 44% der Landfläche werden landwirtschaftlich genutzt, davon rund 90% alleine für die Weidewirtschaft.
Neuseeland ist eines der wenigen Industrieländer weltweit, die ihre Landwirtschaft kaum mehr subventionieren und ihren Agrarmarkt vollständig geöffnet haben. Noch vor 20 Jahren war das ganz anders. Nicht zuletzt wegen der günstigen Produktionsbedingungen überstand ein Großteil der Betriebe diese Rosskur und heute ist die neuseeländische Landwirtschaft wettbewerbsfähiger denn je und auf den Weltmärkten sehr erfolgreich. Beispielweise hat neuseeländisches Lammfleisch mittlerweile einen Fixplatz in den europäischen Supermarktregalen und im Gastronomievertrieb. Beliefert wird aber auch der arabische Raum und vor allem die nachfragestarken asiatischen Märkte liegen „vor der Haustür“. Landwirtschaftliche Produkte sind in Neuseeland der Exportschlager, sie machen immer noch über die Hälfte des gesamten jährlichen Exportwerts aus. Neuseeland ist sogar weltweit der größte Exporteur von Lammfleisch (rund 20 Mio. Stück pro Jahr) und Milchprodukten und der zweitgrößte Exporteur von Wolle.

Schweine- und Geflügelzucht spielen in Neuseeland nur eine untergeordnete Rolle, nur vereinzelt sahen wir Hühnerställe (immer noch mit Käfighaltung) und Puten in Freilandhaltung.

Interessant fand ich die Abwärmenutzung des Geysirekraftwerks bei Rotorua. Hier hat sich eine bedeutende „Prawns“-Produktion (=Garnelenzucht) angesiedelt, das Wasser stammt vom Fluss und die Wassertemperatur kann ganzjährig konstant gehalten werden.


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