Kalifornien war als einer der landwirtschaftlichen Schwerpunkte unserer Reise eingeplant. Die Besichtigung des San Joaquin Valley sollte dabei einen der beiden Höhepunkte bilden – neben dem Besuch von Farmen im benachbarten Salinas Valley, dass vom Gemüsebau dominiert wird. Beate fühlte sich vorerst nur in der Rolle der Chauffeuse, doch bei der Blütenpracht die wir auf unserem Trip durchs Valley zu sehen bekamen, blieb auch sie nicht im Auto sitzen. Derzeit stehen gerade die Frühblüher in Vollblüte – allen voran die Mandelkulturen. Die Fahrt im Valley durch die blühenden Obstkulturen - vor dem Hintergrund der schneebedeckten Berge der Sierra Nevada - in der angenehm warmen Frühlingssonne, wurde dann für uns beide zu einem der Reisehighlights.
Die Region um Fresno ist aber auch das Zentrum der sehr exportorientierten amerikanischen Rosinenproduktion und auch die Dörrpflaumen und Pistazien in den heimischen Supermärkten stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls aus dem „Valley“.
Weniger sehenswert ist die Milchproduktion. Die Tiere stehen oft bis zum Euter im Morast, die Grundwasserbelastung dieser Produktionsweise ist enorm und letztlich stellt sich die Frage ob ein Betrieb erst dann konkurrenzfähig ist, wenn 3.000 Kühe „im Stall“ stehen. Die Arbeit wird ausschließlich von mexikanischen Arbeitskräften erledigt – jedenfalls haben wir hier tagelang keinen einzigen „Farmer“ zu Gesicht bekommen. Im Gegensatz zu Australien und Neuseeland, wo die Farmer bemüht sind neben einer wirtschaftlichen Erzeugung auch noch eine sehenswerte Landschaft zu produzieren, zählt hier nur der Profit. Was nicht mehr gebraucht wird bleibt einfach in der Landschaft stehen oder wird in irgend einer Ecke der Farm deponiert. Die Landtechnik ist bis auf die Zugmaschinen im wesentlichen veraltet, die Lager- und Aufbereitungsbetriebe sind meist auch schon in die Jahre gekommen. Die mexikanischen Arbeiter machen das, was ihnen die ebenfalls mexikanischen Vorarbeiter anschaffen, es gibt keine jungen innovativen Farmer, die vor Ort tätig sind. Die älteren Mitarbeiter bei der CCID hatten nicht einmal einen Computer und auch die USDA-Einrichtungen in Salinas sehen noch genauso aus wie bei meiner ersten Tour durch Kalifornien im Jahr 1978 – damals mit meinen Schulkollegen Ali Naimer und Wolfgang Schmied.
Die natürlichen Produktionsbedingungen Boden, Wärme, Wasser und billige mexikanische Arbeitskräfte sind zwar nach wie vor hervorragend, aber ohne Innovation, nur mit immer größeren Einheiten, wird sich diese Region im internationalen Wettbewerb in Zukunft schwer tun.
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