Sonntag, 27. Februar 2011

Fahrt ins Valley

Nach den wettermäßig durchaus brauchbaren Tagen an der Küste, wurden wir bei unserer Fahrt ins Valley (wie das San Joaquin Valley hier langläufig genannt wird) wieder von unserer ganz persönlichen Regenwolke begleitet. 
Das Tal wird im Osten durch die Sierra Nevada (ein bis zu 4500 m hoher Gebirgszug an der Grenze zum US Bundesstaat Nevada) und den Coast Ranges im Westen begrenzt. Das Valley ist absolut eben, hat leichte aber humose Böden und mehr als 300 Sonnentage im Jahr – heute war jedenfalls einer der anderen 65. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt zwar nur bei rund 300 mm, aber von den Bergen gibt es ausreichende Wassermengen zur Bewässerung der gesamten Talfläche. Bereits 1866 hat man hier begonnen Kanalsysteme zu errichten, die es ermöglichen, das ganze Tal zu fluten. Im wahrsten Sinn des Wortes übrigens, denn die meisten Kulturen werden hier mit „flood irrigation“ beregnet. Die ersten 8.000 m³ pro ha und Jahr (~800 mm !!!) kosten rund 55 US$ wer über 10.000 m³ pro ha braucht zahlt für die Übermengen den 8 fachen Preis.
Es gibt nur wenige Pflanzen die in diesem landwirtschaftlichen Garten Eden nicht gedeihen. Neben der Obst-, Gemüse- und Milchproduktion, zählt Baumwolle sowie alle Arten von Nüssen zu den wichtigsten Produkten die hier erzeugt werden. Rosinen, Wallnüsse, Mandeln, Pistazien – alles was Mutti zu Hause gerade zum Backen für Vater’s 80. Geburtstag verwendet, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem San Joaquin Valley.
Bei meinem Besuch bei der CCID in Los Banos (= sowas wie bei uns die Marchfeldkanalbetriebsgesellschaft) – für alle Interessierten www.ccidwater.org – schaute zwar ganz kurz die Sonne hervor, aber den Rest des Tages hat es mehr oder weniger geschüttet. Aber was soll’s, wir fotografierten die wunderschönen Mandelblüten eben mit Regentropfen. Am Nachmittag kam es immer dicker, auch die 2. Stufe beim Scheibenwischer brachte das Wasser nicht mehr weg,  wir waren jedenfalls sehr froh, dass wir heil in Fresno ins Hotel kamen. 

PS: Normalerweise friert es hier im Valley nicht – und schon gar nicht Ende Februar. Aber was ist schon normal auf unserer Reise? Der „polare jet stream“ kam tatsächlich bis Kalifornien runter und ich musste am nächsten Morgen das Eis von der Windschutzscheibe kratzen.

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