Mittwoch, 9. Februar 2011

Otago Peninsula - Biologische Highlights

Trotz schlechter Wetterprognose wagten wir am frühen Morgen – bei leichtem Regen – die Fahrt zur 20 km von Dunedin entfernten Sandfly Bay. Wir dachten an die gleichnamige, mit Sandmücken übersäte Bay bei Motueka an der Nordspitze der Südinsel. Aber in dieser Sandfly Bay fliegen keine Mücken – hier gibt es riesige Sanddünen, hier fliegt der Sand. Unten am Strand tummeln sich die Wasservögel, das Meer rauscht beeindruckend und siehe da – es scheint tatsächlich die Sonne. Bei der Wanderung über den ausnehmend schönen Strand tauchen plötzlich riesige dunkle Punkte aus dem Meer auf – Seelöwen. Sie kommen an den Strand um ein ausgiebiges Sand- und Sonnenbad zu nehmen und lassen sich dabei von den zweibeinigen Beobachtern nicht im geringsten beeindrucken. Diese mehr als 3 m langen und rund 300 bis 400 kg schweren Tiere bewegen sich schneller als man denkt – einige Meter Abstand sind also durchaus angebracht. Beate wäre am liebsten bis zum späten Nachmittag geblieben, denn dann watscheln die Gelbaugenpinguine vom Meer zu ihren Jungen in die Dünen hinauf – vorbei einem verdeckten Beobachtungsstand, aber die Halbinsel Otago hat noch mehr zu bieten.
Als erstes fahren wir zu einem Ende des 19. Jh. errichteten Schloss. Der Erbauer hatte zwar einen tollen Platz für sein Schloss samt Garten gefunden, dafür aber mit seinen drei Ehefrauen weniger Glück gehabt und beging letztlich Selbstmord. Geblieben ist ein nettes Schloss in einem wunderschönen Park hoch über dem Hafen von Dunedin, dass nunmehr als Hotel, Cafe und Filmkulisse genutzt wird.
Am Nachmittag steht dann noch die Besichtigung des Royal Albatros Center auf unserem Programm. Nach einer wirklich interessanten Einführung, bei der wir viel über die 22 Albatrosarten erfahren. Die Tiere bekommen bis zu 3 m Flügelspannweite, werden rund 9 bis 11 kg schwer und verbringen 80 % ihres Lebens über dem Ozean und kommen nur zur Paarung und Brutpflege an Land. Hinter einer Glaswand können wir Bruttiere, Jungvögel und einige gleitende Alttiere beobachten, die ohne einen einzigen Flügelschlag stundenlang über der Kolonie kreisen. An einem Tag können diese Vögel bis zu 1.000 km weit gleiten und wenn sie nur rasch zum Lunch fliegen und nach drei Tagen wieder am Nest sind, haben sie meist mehr als 2.000 Flugkilometer hinter sich.
Bei der Rückfahrt nach Dunedin bekommt die Wettervorhersage doch noch recht – es schüttet – aber das kann uns im geheizten Camper bei Gemüsepfanne, frischem Meeresfisch und einem sehr guten Glas neuseeländischen Sauvignon Blanc wirklich nichts mehr anhaben.










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