Freitag, 11. Februar 2011

Drei Ausflüge rund um Christchurch

Die letzte Station unserer Neuseelandreise ist Christchurch. Hierher hat es Edi verschlagen, einen Studienkollegen von Beate, mit dem wir trotz der weiten Entfernung über die all die Jahre (eigentlich Jahrzehnte) in Kontakt standen. Er besuchte uns auch einige Male in Lassee – zuletzt im Herbst 2010 – und wir sagten jedes Mal: irgendwann sehen wir uns bei dir in Neuseeland.
Edi holte uns sofort nach unserer Ankunft im Hotel ab und wir machten gleich den ersten Ausflug – bei einer herrlichen Abendsonne - in die Hügel im Osten von Christchurch. Die Stadt liegt zwar in der Canterbury Ebene, aber östlich der Stadt gibt es zwei Vulkane deren Abhänge eine Hügelkette mit bis zu 700 m Höhe bilden. Beide Vulkane sind an jeweils einer Stelle eingebrochen, daher sind die Vulkankrater mit Meerwasser gefüllt und können als Hafen genutzt werden. Im ersten Krater liegt auch der Hafen von Lyttelton (der wichtigste Frachthafen der Südinsel, der mit Christchurch durch einen Tunnel verbunden ist). Wir genießen die tollen Aussichten bis zum Sunset und kehren dann in einem netten Hafenlokal ein – die Speisen waren köstlich, aber eigentlich war die nette Plauderei mit Edi das Wichtigste.
Am nächsten Morgen wurden wir dann von Edi und Susanne (seiner sehr netten Partnerin) abgeholt und machten uns auf den Weg nach Akaroa, das im Krater des 2 Vulkans, rund 80 km östlich von Christchurch liegt. Unseren ersten Stopp machten wir in Birdlings Flat, sahen dort eine 40 km lange atemberaubende Brandung und besuchten danach ein mineralogisches Museum, in dem unter anderem versteinerte Hölzer ausgestellt sind, die an der Birdlings Flat angeschwemmt werden. In Akaroa selbst bummelten wir in den Hafen, vorbei an netten kleinen Häusern in französischem Stil, da diese Gegend ursprünglich von französischen Einwanderern besiedelt wurde. In der kleinen Kapelle diskutierten wir über Gott und die Welt und bei „fish and chips“ über die schönen Dinge im Leben. Zum Abschluss standen zwei – wirklich schräge - Lokations am Plan. Im Alternativhotel, das von einer Alt 68‘erin geführt wird, wanderten wir durch den Garten, in dem sich einzelne Hütten ohne Strom und Bad befinden. Aber immerhin gibt es jeweils ein Freiluftklo, ein Freiluftbadewanne mit Unterhitze und ein Freiluftbarbecue – jeweils in bester Gartenlage. Die Hütten sind nicht billig aber trotzdem sehr gut gebucht – gestern wurde gerade eine Baumhütte für eine Hochzeitsnacht vorbereitet. Nach dem Hotel im Garten besuchten wir noch eine Kunstinstallation im Garten. Auch hier werkt eine ältere Dame die in den 68’er Jahren aufgewachsen ist und ihren Garten in den letzten 12 Jahren mit vielen Figuren zum einem Gesamtkunstwerk verwandelte.
Den dritten Ausflug machten Edi, sein Hund und ich alleine – eine schweißtreibende Wanderung in die Berge. Beate wollte lieber in aller Ruhe Reisemitbringsel einkaufen, ohne mir bei jedem Stück erklären zu müssen, wozu man das eigentlich braucht. Wir wanderten im Morgentau bei herrlichem Sonnenschein und ohne Wind durch die Hügel und führten Gespräche, die ich keinesfalls hätte missen wollen. Zurück ging’s durch den kühlen, niederwüchsigen Regenwald – jener Vegetation also die hier wachsen würde, hätten nicht die Schotten alles abgeholzt - die Landschaft sollte nämlich so aussehen wie zu Hause in Schottland und darüber hinaus ebenso als Weide dienen. Derzeit werden viele Flächen wieder aufgeforstet, allerdings mit Kiefermonokulturen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen