Montag, 3. Januar 2011

Wagga Wagga

In der Früh besuchten wir das größte Einkaufszentrum von Canberra, dem Canberra Center. Die Stadt war auch am Montagvormittag fast menschenleer. Aber immerhin konnten wir eine neue Festplatte kaufen – für unsere 10.000 Fotos!!!! und jetzt kommen erst die Äcker!!!!
Die Fahrt nach Westen führt durch ausgedehntes Weideland, in dem nun die Schafe dominieren und Rinderherden nur noch selten zu sehen sind. Wir besuchten eine Winery (mit Verkostung und Einkauf). Westlich von Canberra hat sich in den letzten 30 Jahren der Weinbau etabliert (u.a. gibt’s hier die“ HELM Winery“).
Vor Wagga Wagga sehen wir immer mehr Ackerflächen – v.a. Getreide - und es ist gerade Haupterntezeit. Wagga Wagga ist mit rund 70.000 Einwohnern die größte „inland city“ von NSW und ein wichtiges Landwirtschaftszentrum. Am regionalen Claas Händler konnten wir natürlich nicht vorbei fahren.
Durch die Stadt fließt der Murrumbidgee River – er führte in den letzten Tagen Hochwasser und hat Teile der Stadt (u.a. einen der beiden Campingplätze) total verwüstet.






Fahrt nach Canberra

Die Fahrt von Batemans Bay nach Canberra (rund 150 km) führt im ersten Streckenabschnitt hinauf in die Bergkette der Great Dividing Range. Auch so weit südlich treffen wir auf ausgedehnte Regenwälder, die zumeist auch Nationalpark sind. Der letzte Abschnitt dieser anspruchsvollen Bergfahrt führt durch die sg. „Misty Mountains“ die ihrem Namen bei leichtem Regen alle Ehre machten. Zeitweise dachte ich im November durchs Waldviertel zu fahren und nicht im Hochsommer durch Australien. Einige Kilometer landeinwärts liegt das Städtchen Braidwood, das ganz dem Klischee einer australischen Siedlung entspricht. Nach einer kurzen Mittagsrast fuhren wir weiter nach Canberra und fanden problemlos eine powered site in einem stadtnahen Caravan Park.
Die Stadtbesichtigung von Canberra nimmt zwar nicht allzu viel Zeit in Anspruch – ist aber dennoch durchaus lohnenswert. Die Stadt ist im wesentlichen ein Wald, der von breiten Straßen durchzogen ist. Die Häuser sind meist nur schemenhaft hinter den Bäumen und Büschen auszunehmen, lediglich in der Innenstadt sind einige geschlossenen Häuserzeilen zu finden. Neben dem Parlamentsgebäude am Capitol Hill weist nur das War Memorial eine auffälligere Architektur auf. In Town Town gibt es einige mehrgeschossige Bauten die wie Hochhäuser aus dem Grün der Bäume herausragen. Auf den breit angelegten Straßen waren kaum Autos zu sehen und die Gehsteige waren praktisch menschenleer – gut es war Sonntagnachmittag mitten in der Ferienzeit – aber ohne dem freundlichen Polizisten am Capitol Hill hätten wir die 5 Restaurants der Stadt sicher nicht gefunden. Dafür gibt es unzählige Hinweisschilder zu den spärlichen Geschäften, die man ohne diese keinesfalls finden würde. Mitten in der Stadt gibt es einen See mit einer Uferlänge von 36 Kilometern mit lediglich 2 Einkehrmöglichkeiten. Irgendwie hat man den Eindruck, dass die 350.000 Einwohner der Stadt nur aus beruflichen Gründen hier sind und an jedem Wochenende und in den Ferien die Stadt fluchtartig verlassen, anders ist das eklatante Fehlen jeglicher Freizeitinfrastruktur nicht zu erklären. Canberra ist gastronomisch betrachtet eine einzige Marktlücke mit viel begrünter Künstlichkeit aber ohne Flair.
Nach einem kurzen Besuch in der katholischen Kirche von Canberra gingen wir thailändisch essen und waren über die Qualität des australischen Rindfleisches einmal mehr positiv überrascht. Bei allem Patriotismus, der bei einem österreichischer Bauer ja schon in den Genen steckt, wer hier in Australien einmal Rindfleisch genossen hat, der kann bei österreichischem Rindfleisch nicht mehr von Qualität sprechen. Die Spezialisierung auf Fleischrassen und eine tiergerechte ganzjährige Freilandhaltung von Mastrindern steht den österreichischen Rindfleischbauern jedenfalls noch bevor. Ich muss in diesem Zusammenhang an Univ.Prof.Prim. Dr.med. Klimscher (= Rindfleischliebhaber, der viele Jahre im Ausland gelebt hat) denken, der gemeinsam mit dem Distelverein eine Biorindfleischproduktion am Langen Luss angedacht hat, mit dem Ziel hochwertige österreichische Rindersteaks zu produzieren.
Auf der Rückfahrt zum Caravanpark sahen wir dann noch unzählige Kängurus auf den Weideflächen - bis in unmittelbare Häusernähe – herum hüpfen.











Samstag, 1. Januar 2011

Südlich von Sydney - Happy New Year

Nach einem herrlichen Tag in den Blue Mountains war es äußerst schwierig im Großraum Sydney einen Caravanpark mit freiem Stellplatz zu finden. So landeten wir schließlich im idyllischen, allerdings 150 km südwestlich von Sydney gelegenen Kangaroo Valley. Die Berge mit grünen saftigen Wiesen und die Fokusierung auf Ökotourismus passen zwar so gar nicht ins Bild das wir Europäer von Australien haben – es war aber trotzdem wunderschön dort.
Am nächsten Tag zog es uns allerdings hinaus ans Meer. Am 7 Miles Beach an der Shoelhaven Coast fanden wir jede Menge Platz und hatten ein richtiges Badevergnügen. Die Nacht verbrachten wir dann im Caravanpark von Nowra (rund 170 km südlich von Sydney) dem einzigen Park mit 1 !!!! freien Stellplatz. Die Haupturlaubswoche, New Years Eve in Sydney – mit rund 2 Millionen Besuchern – und die vielen gestrandeten Queenslandurlauber, die wegen der Hochwassersituation nicht nach Norden weiterfahren können, führten zu Überbuchungen in allen Quartierskategorien im Umkreis von 150 km rund um Sydney.
Unseren ursprünglichen Plan das Silvesterfeuerwerk  in Sydney live mitzuerleben mussten wir – unter allergrößtem Bedauern von Beate – aufgeben. Wir verbrachten aber einen schönen Strandtag in der Jervis Bay, ins Meer konnten wir - wegen der unzähligen Quallen die an diesem Tag die Küste bevölkerten - allerdings nicht. Den Silvesterabend verbrachten wir dann in Wollongong einer Industriestadt an der Küste und erlebten gemeinsam mit rund 150.000 anderen Besuchern ein imposantes Feuerwerk am Hafen.
Am Neujahrstag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein weiter südwärts, bis zu den Traumstränden von Mollymook und legten gleich noch einen Badetag ein.

Happy New Year to all of you

Beate und Paul












Mittwoch, 29. Dezember 2010

Bondi Beach - Blue Mountains

Heute ist wieder Autoanmietung angesagt. Das ist ein längeres Unterfangen, da derzeit ganz Australien auf Achse ist. Endlich können wir aber unseren Camper, der neuerer Bauart ist, übernehmen. Wir starten gleich noch zu einem Ziel im Stadtgebiet von Sydney. Bondi Beach wollen wir uns nämlich nicht entgehen lassen. Wir haben wieder einmal Wetterglück und können sogar Badehose und Bikini ausführen. Pauli genießt die sehr frischen, aber dafür umso schöneren Wellen und ich begnüge mich mit dem Lifeguardwatching (sollen angeblich die hübschesten in ganz Australien sein) und dem Sonnenanbeten. Anschließend machen wir uns quer durch die Innenstadt von Sydney (unser Navi kennt sich ja aus) auf den Weg zum Nationalpark Blue Mountains. Da es bisher mit den Campingplätzen ohne Reservierung immer geklappt hat, hoffen wir auch dieses Mal auf Glück. Leider geht es uns wie vielen anderen - eine ausgesprochen kalte und verregnete Nacht (in 1000m Seehöhe) auf einem Parkplatz steht uns bevor. Hier treffen wir unter anderem auf ein junges Pärchen aus Oberösterreich. Der Bursch studiert auf der FH Wien Unternehmensführung und beendet sein Auslandssemester in Seoul gerade mit einer einmonatigen Reise durch Australien.
Aber das Abfrieren wird in der Früh mit einem strahlenden Morgen belohnt. Den nutzen wir und machen uns vor den großen Massen auf, um uns die Highlights des World Heritage zu erwandern. Wir genießen die Ruhe, die Sonne, die Düfte und die angenehmen Temperaturen. Beim Echo Point präsentieren sich dann die Three Sisters, so wie es sich gehört im blauen Dunst der Eukalyptusbäume. Beim Abstieg über die Giant Stairs, wär ich zwar manchmal gerne umgedreht, aber die Lookouts waren einfach umwerfend.
Einzige Sorge war, wo werden wir heute nächtigen? Da wir schon von vielen rundherum gehört hatten, dass alle Campingplätze im größeren Umkreis (100km) von Sydney ausgebucht sind, haben wir uns wieder auf eine Nacht am Straßenrand eingestellt. Aber ein ausgesprochen netter Mitarbeiter im Informationszentrum in Glenbrook hat uns mit vielen Telefonaten für drei Nächte einen Stellplatz organisieren können. So sind wir jetzt im Kangoroo Valley am Rand des Morton Nationalparks gelandet, haben schon die Duschen genossen und freuen uns morgen aufs Meer.











Sonntag, 26. Dezember 2010

Fahrt Brisbane - Sydney; Sydney City

Für die Fahrt zwischen Brisbane und Sydney (rund 1000 km) wählten wir den Zug. Die Strecke schlängelt sich entlang der Berge der Great Dividing Range – jenes bis zu rund 2000 m hohen Gebirgszuges, der sich zwischen Brisbane und Melbourne parallel zur Ostküste dahinzieht. Der Dauerregen, die Berge, das üppige Grün, die weidenden Rinder – das alles ist im Ennstal im Sommer eine Selbstverständlichkeit – aber hier in Australien haben wir mit diesen herrlichen Landschaften nicht gerechnet. Jedenfalls hatten wir für einige hundert Kilometer richtig heimatliche Gefühle.
Nach 13 h Fahrt + 1 Stunde Zeitverschiebung kamen wir in Sydney Central Station an.
Während des Frühstücks im Hotel prasselte der Dauerregen ans Fenster und bei ham and eggs verfolgten wir die Breaking News, die von den großen Überflutungen ausgelöst durch den  Zyklon in Queensland und Teilen von New South Wales berichteten. Jene Orte die wir vor einer Woche bei Sonnenschein besuchten (Cairns, Mission Beach, Townsville und Bundaberg) versinken in den Fluten. Der Bruce Highway auf dem wir mehr als 1500 km südwärts gefahren sind ist für die nächsten Tage gesperrt und da er die einzige Nord- Südverbindung entlang der Ostküste ist, sitzen 10.000 Touristen zwischen den Floodings fest. Wir hatten also wirklich Glück.
Da es inzwischen zu regnen aufhörte, konnten wir das Sydney Opera House sogar ohne Regenschirm erreichen. Als dann plötzlich auch noch die Sonne hinter den dicken Gewitterwolken hervorkam und sich die hellen Fliesen des Daches gegen den blauen Himmel so richtig gut kontrastierten, waren wir richtig selig. Wir genossen ein kühles Bier zwischen Harbour Bridge und Opera House, lagen im Rasen des großartigen „Botanischen Gartens“ und ließen den Herrn einen guten Tag sein.
Heute war ohne Schirm nichts zu machen. Dennoch bot sich die Skyline entlang des Darling Harbour durchaus beeindruckend. Wie alle Orte die wir bisher in Australien besuchten, ist auch die 
4,2 Millionenmetropole Sydney äußerst sauber und durch die riesigen Parkanlagen, dem großen Naturhafen und den architektonisch sehr ansprechenden Bauten sicher sehr lebenswert.






Samstag, 25. Dezember 2010

Fraser Island- Hervey Bay . Brisbane

Am 21. Dezember unternahmen wir eine Allradtour auf Fraser Island – der mit über 100 km Gesamtlänge (und bis zu 250 hohen) größten Sandinsel der Welt. Die Fahrt mit 4WD Fahrzeugen am 70 km langen Sandstrand ist für alle jungen Australienbesucher ein Muss. Wir wählten die gemütlichere Variante und fuhren mit Chauffeur zu den Highlights der Insel. Vom Schwimmen in hochgelegenen Teichen (mit Süßwasserschildkröten) und in einem erfrischend kühlen Creek bis zur Regenwaldwanderung in einem tiefen Flusstal hat die Insel einiges zu bieten.
Am nächsten Tag fuhren wir dann zum mondänsten Badeort der Sunshine Coast – nach Noosa Heads. Hier wanderten wir im Dauerregen durch den Noosa Heads Nationalpark, der sich entlang der Pazifikküste erstreckt und uns mit seinem Regenwald, den Koalas und den herrlichen Ausblicken sehr fasziniert hat.
Am nächsten Morgen – auch in der Nacht hat es wieder ständig geschüttet – war es für einige Stunden trocken und wir nützten das Sonnenfenster für einen Morgenlauf und ein ausgiebiges Bad im Meer.
Auf unserer Weiterfahrt nach Brisbane begleitete uns dann wieder der Regen. Brisbane ist die blitzsaubere Hauptstadt von Queensland. Die vielen Cafe’s, Restaurants und Parks entlang des Brisbane River machen diese Stadt echt lebenswert.
Am Nachmittag des 24. Dez. 2010 besuchten wir eine Methodisten Kirche, hielten eine kleine Weihnachtsfeier bei unserem Reiseadventkranz im Hotelzimmer ab und telefonierten mit unseren Eltern und Kindern. Statt des üblichen „Weihnachtskarpfen“ verspeisten wir dann ein „Weihnachtssteak“ im Restaurant.

Wir wünschen allen eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit!














Dienstag, 21. Dezember 2010

Auf dem Weg in den Süden

In Airlie Beach schafften wir es endlich free wifi bei Mc Donalds zu ergattern und  auch der Gecko auf Beates Schulter war kostenlos. Unsere Reise führte uns dann von Airlie Beach über Mackay (mit herrlichem Strand – leider auch stingerverseucht - und dem wichtigsten Zuckerexporthafen Australiens) nach Rockhampton – der australischen Rinderhauptstadt. Rund um diese Stadt werden ca. 2 Millionen Rinder auf riesigen, saftigen Weiden in artgerechter Tierhaltung gezüchtet. Leider war gerade Sonntagvormittag als wir an den vielen Steakhäusern vorbeikamen – das schonte Paulis Brieftasche! Am Nachmittag gings weiter nach Town of 1770. An diesem Ort betrat Captain Cook im Jahr 1770 erstmals australischen Boden. Im dortigen Strandlokal waren Steaks auf der Speisekarte – da war Beate nicht mehr zu halten. Leider konnten wir den ganzen Tag über kaum brauchbare Bilder machen, da es immer wieder regnete und die Nebelschwaden über Wäldern und Bergen uns eher ans Ennstal als ans sonst so trockene Australien erinnerten. Am Abend erreichten wir Bundaberg (bekannt für seinen Rum) und es schien tatsächlich auch noch kurz die Sonne. Aber unser australischer Nachbarcamper erzählte mir, dass in der Nacht noch mehr Regen kommen würde – und er hatte recht. Ein Gewitter nach dem anderen prasselte auf unser Dach und nur einige Kochtöpfe hielten uns halbwegs trocken (nur in der Nacht hat es rund 90 mm geregnet). Von Bundaberg war es dann nur noch ein australischer Katzensprung (150 km) nach Hervey Bay dem Ausgangspunkt für unsere morgige Tour nach Fraser Island. Hier konnten wir nach über 1300 km krokodil-, hai- und stingerverseuchten Stränden endlich unbekümmert ins Meer. Beate war kaum zu halten und tollte am Strand herum und ich konnte endlich einen ausgedehnten Strandlauf unternehmen.