Montag, 10. Januar 2011

Great Ocean Road

Am Morgen nach unserer „wilden“ Nacht am Parkplatz von Port Campbell war der Himmel immer noch mit schweren Regenwolken bedeckt. Auf der  Fahrt von Port Campbell zum rund 15 km entfernten Loch Ard Gorge blinzelte zwar einmal kurz die Sonne hervor, aber es blieb grau in grau. Draußen über dem Meer war es fast wolkenlos und über uns kamen wieder die dichten Regenwolken daher. Beate hat es persönlich genommen und war richtig sauer aufs Wetter. Zugegeben, die steil abfallende Küste ist auch jetzt richtig beeindruckend, aber ohne Sonne kann man keine wirklich tollen Fotos machen.
Aber wie so oft auf dieser Reise haben wir richtiges Wetterglück – plötzlich lichten sich die Wolken und für Augenblicke wird es sonnig. Wir fotografieren drauf los und genießen die Licht- und Schattenspiele an Felsen, Vegetation und natürlich auch in der Gischt der Brandung. Zu lange halten wir uns aber nicht auf, denn wir wollen noch bei brauchbaren Lichtverhältnissen zum absoluten Höhepunkt der Great Ocean Road – den Twelve Apostels – kommen, denn laut Wetterbericht ist mit weiteren Regenfällen zu rechnen. Nachdem vor 2 Jahren 2 der 12 Apostel während einer Sturmflut zusammengebrochen sind bestaunen wir die verbliebenen, riesigen Felsblöcke. Immer wieder lugt die Sonne zwischen den Wolken durch und Beate drückt unzählige Male auf den Auslöser – bis zum Abend sollten es dann 550 Aufnahmen werden. Das Wetter wurde – entgegen der Prognose – immer besser und bei unserem nächsten Stopp – den Gibson Stairs – spazierten wir schon bei strahlendem Sonnenschein kilometerweit am menschenleeren Strand entlang. Beate machte richtige Luftsprünge und wir freuten uns wie kleine Kinder bei der weihnachtlichen Bescherung.
Unseren Morgenkaffee genossen wir dann in der 6 Häuser umfassenden „Stadt“ Princetown und fuhren durch Regenwälder weiter nach Osten. Die Farnbäume und Myrthen-Südbuchen zählen zu den Besonderheiten dieser kühlen Küstenregenwälder. Bei unserem nächsten Stopp wanderten wir dann ein Stück des mehr als 90 km langen Great Ocean Walks. Wir wandern in mannshoher Vegetation, hören das Rauschen der Brandung und genießen bei den Lookouts den Blick aufs Meer hinaus. Nach einer Stärkung im Camper (Beate verkochte unsere letzten Eier und ich schnitt all unsere Gemüse- und Brotreste auf) machten wir uns zu unserem nächsten Ziel auf – dem letzten Urwald an der Südküste Australiens. Der Walk zwischen den bis zu 4 m breiten!!! Baumriesen war mehr als beeindruckend und einmal mehr wurde uns bewusst, das auch „ungenutzte“ Lebensräume Sinn haben.
Als dann auf beiden Seiten der Straße plötzlich Autos parkten und alle mit nach oben gerichteten Fotoapparaten herumliefen machten auch wir wieder Stopp, holten unser neues Tele raus und fotografierten niedliche Koalas in freier Natur.
Nach langer, kurvenreicher Fahrt kamen wir dann in Geelong an, ergatterten die letzte „powered site“ und es begann – ganz laut Wetterbericht – zu schütten.










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen