Welche Gegensätze. In den südlichen Gebieten Kaliforniens hatten wir außerhalb der großen Städte den Eindruck, dass das halbe Land zu verkaufen ist. Vor jedem zweiten Haus steht „for sale“, ebenso wie vor den Geschäften in den Kleinstädten, es gibt kaum Neubauten, man spürt und sieht die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosenrate auf Schritt und Tritt. Einen ganz anderen Eindruck erhielten wir in der Weinregion nordöstlich von San Francisco. Im Napa Valley (mit rund 7.000 ha Rebfläche) und im benachbarten, etwas weniger bekannten, aber weitaus größeren Sonoma Valley (mit rund 25.000 ha Rebfläche) dominieren Prunk und Protz. Die Häuser – eigentlich sollte man besser Villen sagen – sind in einem Top Zustand, es gibt viele Restaurants und Boutiquen und alle sind bestens besucht. Die Weingüter im Napa Valley stellen all das aber noch in den Schatten. Seit die Weine von Mondavi in den 70’er Jahren bei zahlreichen internationalen Verkostungen gewannen, stellten in beiden Tälern viele Farmen auf Weinbau um. Obwohl das Sonoma Valley eigentlich die besseren Lagen hat, verkauften sich die Napa Weine wegen der internationalen Bekanntheit einfach besser. Bis heute gibt es deswegen Zwist zwischen den Tälern und man denkt auch nicht daran die kleine Bergstraße „over the hills“, die die zwei Täler miteinander verbindet etwas besser auszubauen. Mitlerweile hat das Sonomatal seinen eigenen linksliberalen Stil entwickelt – die Weine sind jedenfalls in beiden Tälern hervorragend.
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