Sonntag, 16. Januar 2011

Adelaide

Nachdem wir in den letzten fünf Wochen eine Vielzahl von Regenwäldern, Nationalparks, Städten, Stränden und wirklich unzählige Äcker (Anm. Beate) besucht haben, gestalteten wir unsere letzten beiden Tage in Australien fast geruhsam und faulenzten an den Nachmittagen am Strand von Glenelg.
Heute starteten wir mit einer gemeinsamen !!! Joggingrunde in den Tag. Rund um die Innenstadt erstrecken sich in Adelaide riesige Parks und wir konnten die taunassen Wiesen im strahlenden Sonnenschein durchlaufen. Nach einer kurzen Kaffeepause bei einem der vielen italienischen Cafe’s, spazierten wir durch den Botanischen Garten und holten uns viele Inspirationen für unsere künftige Gartengestaltung daheim. Mit der Straßenbahn fuhren wir dann zum Strand hinaus und genossen Meer, Sand, Wellen, Sonne und Wind. Nach unserer Rückfahrt schlenderten wir noch durch die Verkaufsstände, die anlässlich - des heute abgehaltenen -Prologs zur Australien Radrundfahrt aufgestellt wurden. Dabei fielen uns gleich 2 Stände mit neuen Geschäftsideen auf – nach unserer Rückkehr wird uns sicher nicht fad.
Nach rund 8.000 km Australien (4.900 im Camper, 1.800 im Zug, 1.100 in Bussen und Schiffen und mindestens 200 km zu Fuß) wollen wir ein wenig Bilanz ziehen. Trotz der „Jahrhundertflut“ (noch nie waren 3 Bundesstaaten gleichzeitig vom Hochwasser betroffen und sogar beim Ayers Rock hat es in den letzten Tagen nach 3 Jahren erstmals wieder geregnet) konnten wir unsere Reiseroute wie geplant einhalten. Insgesamt hat es an 29 unserer 36 Tage hier in Australien geregnet, an manchen Tagen sogar mehr als 100 mm.
Die vielen schönen Wanderungen in den Nationalparks, die Schnorcheltour zum Great Barrier Reef, die herrlichen (und „stinger“ armen) Strände südlich von Sydney, die Tierwelt (Känguru, Emu, Koala, Wallaby, Schnabeltier, Seelöwe, Robben etc.) und die einmalige Flora – die noch dazu unerwartet grün war – waren die Reise auf die andere Seite der Welt jedenfalls wert.
Aus landwirtschaftlicher Sicht sind unsere Ziele übertroffen worden. Von den Zuckerrohrplantagen im nördlichen Queensland, über die intensiven Gemüsekulturen rund um Bundaberg, weiter in die ausgedehnten Getreidebaugebiete von New South Wales bis in die Kartoffel und Feldgemüseregionen von Victoria konnten wir Produktionsstandard, Bewässerungstechnik und Maschinenpark besichtigen. Wir plauderten mit vielen Farmern, besuchten einige riesige Getreideübernahmestellen – die heuer nach zahlreichen Trockenjahren erstmals wieder prall gefüllt sind. Wenn die Preissteigerungen bei Weizen in Europa mit der australischen Wettersituation begründet werden, so kann ich nur spekulative Absichten dahinter vermuten, denn hier wurde die beste Ernte der letzten 15 Jahre eingefahren.
Zwei Dinge werden uns von unserer Australienreise aber ganz besonders in Erinnerung bleiben. Zum einen die Freundlichkeit der Australier – ob beim Einkauf im Supermarkt, auf der Straße, am Strand, am Walk im Regenwald, im Information Center, in der Stadt oder am Feld – wir wurden unzählige Male freundlich angesprochen und wir bekamen stets die Informationen, die wir gerade benötigten. Hier leben Menschen die sich durchschlagen mussten und wissen, dass man dabei Hilfe benötigen kann. Die Leute brauchen hier auch keine Aufforderung über die Medien um Hilfestellungen für die Flutopfer zu organisieren. Wer von der Katastrophe verschont blieb, steigt derzeit ins Auto und fährt dorthin wo gerade Hilfe benötigt wird. Der Unterschied zu Haiti, wo die Leute ein Jahr nach dem Beben noch immer auf ausländische Hilfe warten und Australien, wo sich die Menschen einen Tag nach sinken der Wasserpegel gegenseitig helfen, könnte größer nicht sein.
Zum anderen sind es die Rindersteaks die wir in Erinnerung behalten werden – um 10 $ (ca. 8 €) im Supermarkt ein 400 g Steak kaufen, mit Salz und Pfeffer in die Pfanne und dann so zart, dass jeder Zahnstocherproduzent gleich zusperren kann.

Australien ist eine Reise wert!







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